Portrait fotografieren – Tipps für ausdrucksstarke Fotos

Beim Fotografieren von einem Portrait stößt man zunächst oft an einige Hürden, vor allem dann, wenn man noch wenig Erfahrung hat beim Fotografieren von Menschen.

Portraits fotografieren – die Ausrüstung

Ja zugegeben, für ein Portraitshooting werden Dir sicherlich unzählige und teure Dinge angepriesen werden. Aber an dieser Stelle kann ich Dich beruhigen, gerade für den Anfang brauchst Du recht wenig und die Kosten halten sich sehr in Grenzen. Wie in (fast) jeder Sparte der Fotografie ist die Kamera zweitrangig, wenn Deine Kamera über einen M Modus verfügt ist das schon die halbe Miete.

Das Objektiv

Wie immer gibt es nicht die richtige Lösung beim Wahl der Objektive. Am leichtesten fällt dir Wahl allerdings wenn Du vorher schon weißt, was Du machen willst. Für das klassische Portrait eignen sich Brennweiten von 50-120mm erfahrungsgemäß am besten, diese Brennweiten liefern die originalgetreueste Darstellung. Also auch mit einem Kit-Objektiv oder einem Standardzoom kannst Du gute Ergebnisse abliefern. Ein gutes Standardzoom für den kleinen Geldbeutel ist übrigens das hier.

Mit diesem Objektiv entstanden einige meiner erfolgreichsten Peoplebilder…

 

Für spezielle Foto ist auch ein Weitwinkel bestens für die Peoplefotografie geeignet. Kurze Brennweiten sorgen für einen unverwechselbaren Look. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel Fotos von harten Typen, Männer und Frauen auf Motorräden, Leute aus der Kreativbranche. Wichtig ist dabei nur, dass Du Dir bewusst bist, dass ein Weitwinkelobjektiv Verzerrungen ins Bild zaubert. Aber genau dass kannst Du Dir kreativ zu nutze machen.

Bildbearbeitung

fotografiert mit 12mm von schräg unten sorgt die kurze Brennweite für die einzigartige Optik…

Portrait fotografieren Tipps

12mm ebenfalls von schräg unten

Du siehst schon, auch die Brennweite hängt viel davon ab was Du letztendlich erreichen möchtest.

Das Posing

Ja gut, ich will ehrlich sein. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, das Thema ist wirklich sehr komplex und Posen gibt es gefühlte 1.000.000. Was ich aber machen kann, ist dir einige Faustregeln fürn Anfang auf den Weg zu geben. Zur Inspiration ist das Buch “posen posen posen” zum empfehlen, quasi einer der Dauerbestseller überhaupt.

Hier gehts zum Buch

Grundsätzlich solltest Du darauf achten, dass dein weibliches Model schmeichelhaft und schlank dargestellt wird.  Die erste Standardpose bei Frauen heißt also 1. leicht seitlich stehen 2. Kinn leicht senken 3. ggf Oberkörper leicht vor

Portraifotografie

ungefähr so

Die zweite Standardpose beim weiblichen Geschlecht betont die Figur. Bei Frauen will man die weiblichen Rundungen sehen und hervorheben, also Hüfte raus, ein Bein vor oder überkreuzen.

Portrait fotografieren

ungefähr so

Bei Männern kannst Du das im Prinzip ähnlich handhaben, allerdings vertragen Männer etwas mehr “Härte” . Ja und Beine überkreuz schickt sich hier auch nicht so gut 🙂 , dafür aber zum Beispiel Arme verschränken.

Portait fotografieren

leicht seitlich aber mit verschränkten Armen

Portrait fotografieren

Männer dürfen etwas breitbeinig stehen

Bevor dich zu viele Posen überfordern, studiere 2-3 fest ein und versuche diese dann an das Model zu kommunizieren, dass ist nämlich die hohe Kunst (natürlich nicht bei professionellen Models) Übe am besten mal mit Freunden, das hilft! International bekannt in Sachen Headshots ist Peter Hurley, schau Dir unbedingt seinen YouTube Kanal hier an!

Das Licht, die Blende und die Verschlusszeit

Fangen wir bei der Lichtsetzung an. Das Licht bestimmst entweder Du oder Mutter Natur. Ich selbst setze mir das Licht gerne selbst und zwar mit Blitzen, also mit einfach Aufsteckblitzen. Diese sind auch perfekt für unterwegs.

Gehen wir davon aus, Du hast keine Blitze und möchtest dein Portrait draußen erstellen- die Sonne scheint. Stelle das Model immer mit dem Rücken zur Sonne, somit vermeidest Du hässliche Schatten im Gesicht und Dein Model muss nicht dauernd blinseln. Hier wird nun das Problem sein, dass das Gesicht vom Model zu dunkel sein wird. Das kannst Du nun fürn Anfang so hinnehmen, oder du hellst mit einem Faltreflektor von vorne das Gesicht ein wenig auf. Oft kann das Model den Reflektor auch selbst halten. Möglichkeit zwei, Du hellst das Gesicht mit einem Blitz auf. Schiesse aber nicht mit voller Blitzpower aufs Gesicht, man kann einen Menschen schnell “tot blitzen”.

Nun gehen wir davon aus, Du fotografierst Dein Model drinnen bzw. komplett im Schatten. Zur Verfügung hast Du zwei Aufsteckblitze. Das Hautplicht (Blitz 1) sollte immer leicht schräg von oben zum Gesicht kommen. Je näher Du den Blitz ans Gesicht rückst, desto weicher wird das Licht, besonders bei Frauen sehr schmeichelhaft, alternativ steckst Du Deinen Blitz natürlich in ein Softbox oder in einen Durchlichtschirm. Das Streiflicht (Blitz 2) kannst Du nun mit geringer Leistung ohne Lichtformer schräg von hinten kommen lassen. Das verleiht dem Foto noch einen tollen Aha-Effekt.

MERKE: Bei Männern kommt härteres Licht meist besser, also entweder den Blitz weiter weg stellen oder oder das Hauptlicht mehr seitlich stellen. Natürlich nicht bei Bewerbungsfotos etc. 🙂

Zuletzt noch die Frage nach Blende und Verschlusszeit. Nun auch hier stellst Du Dir bitte vorher wieder Frage was Du überhaupt willst. Je näher die Person abgebildet werden soll, desto mehr will man das Gesicht meist vom Hintergrund freistellen. Also würde ich hier mit Blende 2-4 arbeiten.

Ist mehr vom Model zu sehen soll dieses meist in den Hintergrund integriert werden, also eher Blende 5-9.

Bei der Verschlusszeit in beiden Fällen niemals unter 100-160/sec gehen, so hast Du immer ein scharfes Foto.


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Ja, an dieser Stelle hör ich besser auf zu schreiben. Das Thema Portrait kann niemals mit einem Blogeintrag abgehandelt werden, aber ich hoffe Du bekommst hiermit einen groben Leitfaden für künftige shootings.

Hau Deine Fragen und Erfahrungen gerne hier in die Kommentare oder schreib mir eine Mail an info@mario-art.de , viel Spaß beim ausprobieren.

Mario

 

 

Kategorien: Fototipps

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