Dein Display lügt – Das Histogramm nicht

lerne es also zu lesen

Um das Problem gleich zu nennen ein kurzes Beispiel. Du machst ein Foto, betrachtest es auf Deinem Kameradisplay und kommst zu dem Entschluss, dass es recht gut aussieht. Zu Hause am Rechner allerdings ist es dann viel zu dunkel/zu hell und es fehlen Bildinformationen. Kurz gesagt, dass Display der meisten Kameras entspricht nicht der Farb- und Helligkeitswiedergabe Deines Bildschirms daheim – auch kalibrierte Monitore lösen dieses Problem nur bedingt.

Die beste Lösung dafür ist: Lerne das Histogramm zu lesen und zwar in und auswendig!

Das Histogramm lässt sich meist in der Bildervorschau mit den Pfeiltasten (hoch/runter) einblenden, so zumindest bei Nikon. Bei Canon und Sony sollte es ähnlich gehen.

Vorweg sei gesagt, dass Dir das Histogramm niemals sagen wird ob ein Foto gut oder schlecht ist. Ebenso wenig gibt es DAS richtige Histogramm. Es kommt eben immer darauf an was DU willst. Wenn Du weißt wie Du es zu interpretieren hast, wird dir das Histogramm bei der Beurteilung deines Fotos mehr als eine gute Hilfe sein auf die Du dich immer verlassen kannst.


Gelesen wird das Histogramm primär von rechts nach links, beziehungsweise von links nach rechts.

Links sind die Tiefen, in der Mitte die Mittentöne und rechts findest Du die Lichter. Du siehst also die Verteilung der jeweiligen Tonwerte. Umso mehr Ausschläge du also in einer Sektion findest, umso heller oder dunkler ist das Bild dann tatsächlich. Dabei muss Du darauf achten, dass weder links und rechts noch oben an den Ausschlägen was abgeschnitten ist.

Sobald etwas abgeschnitten ist, säuft dir was ab. Tiefen sind rein schwarz oder in den Lichtern ist keine Information mehr vorhanden, also ausgebrannt.

Beispiel 1: Das Hauptmotiv ist hier die gefrorene Seifenblase, freigestellt mit offener Blende. Rechts am Histogrammrand ist ein abrupter Cut zu sehen. Im oberen rechten Bereich sind die Spitzen abgeschnitten. Das Bild beinhaltet also viel helle Bereiche, welche allerdings überbelichtet sind und somit keine Informationen mehr haben. Ist das Bild jetzt deswegen schlecht? Urteile selbst, aber in diesem Fall ist es Wurst, da das Hauptmotiv schön freigestellt wurde.

Histogramm

Beispiel 2: Hier gilt das Gleiche wie bei Bsp 1. Die Hand und der Staub (Chalk beim Klettern) sind das freigestellte Hauptmotiv, der Hintergrund wurde absichtlich schwarz geblitzt. Das Histogramm ist also genau gleich, nur gespiegelt. Hier saufen die Tiefen ab. Die Hand, siehe Mittentöne und Lichter beinhaltet alle Bildinformationen – hier frisst nix aus und ich könnte alles easy in der Nachbearbeitung steuern.

Histogramm

Beispiel 3: Hier ist am Histogramm gut abzulesen, das ALLE Bildinformationen in allen Bereichen erhalten sind. Es frisst nix aus, es säuft nix ab. Ich kann alle Bereiche noch nachbearbeiten.

Histogramm

Beispiel 4: Hier ist das Histogramm identisch mit Beispiel 3. Es wird nix abgeschnitten, nix frisst aus, nix säuft ab.

Histogramm

Tendenziell gilt “nach rechts belichten”

Da Du ja (hoffentlich) in RAW fotografierst, gilt die grobe Faustregel “nach rechts belichten”. Heißt im Klartext dass Du darauf achten solltest die Bildinformationen etwas mehr nach rechts in Richtung Lichter zu schieben. In der Praxis nichts anderes als länger und heller belichten – hier kannst Du auch mit der Belichtungskorrektur arbeiten.

Warum? Ganz einfach, die finale Stimmung erzeugst du im RAW Converter bei der Entwicklung und grundsätzlich dunkelst Du viel einfacher ab als du aufhellst. Das Aufhellen provoziert nämlich das ungeliebte Bildrauschen. Am besten nimmst Du mal ein beliebiges Bild und schiebst den Belichtungsregler nach rechts, dann siehst Du gleich was ich meine.

TIPP: Schalt auf Deiner Kamera falls vorhanden immer die “Blinkies” an – die Überbelichtungswarnung. Ist sie auf ON, blinken im Vorschaubild immer die Bereiche, die ausgebrannt sind. Mega hilfreich!

WICHTIG: Ein Histogramm in der Fotografie zeigt Dir niemals an WO im Bild sich eine gewisse Stelle befindet. Es sagt Dir nur was über Tiefen-Mitten-Lichter!


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Kategorien: Fototipps

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